„Der Mann für alles“ – Marek Rausch im Interview

Juni 12, 2018 | Author:
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Auf Usedom heranwachsen. Sehnsucht nach der großen Welt bekommen. Den nächsten Schritt machen. Erfahrungen sammeln. Zurückkehren „nach Hause“. Diesen Weg hat Marek Rausch beschritten. Seit kurzem ist er zurück auf der Insel und Hoteldirektor des Kaiserstrand Beachhotel. Wir haben ihn zum Interview getroffen.

 

 

Christopher Stahl: Sehr geehrter Herr Rausch, seit kurzer Zeit sind Sie der Hoteldirektor des SEETELHOTEL Kaiserstrand Beachhotel. Wie muss sich der Gast eigentlich die Aufgabe eines Hoteldirektors vorstellen?

 

Marek Rausch: In erster Linie bin ich ein Repräsentant des Hauses, gegenüber den Gästen und Mitarbeitern. Selbstverständlich auch gegenüber den Geschäftspartnern. Eine weitere Aufgabe besteht in der Überwachung der Zahlen und der Umsätze. Ganz wesentlich für meine Aufgabe ist auch die strategische Ausrichtung. Was wollen wir? Was erwarten wir? Wo möchten wir in den nächsten drei Jahren hin mit diesem Haus?

 

 

Christopher Stahl: Also kann man sagen, dass Sie hauptverantwortlich sind für das Haus und hier den Hut aufhaben?

 

Marek Rausch: Ja, selbstverständlich.

 

Christopher Stahl: Das bringt sicher eine Menge Verantwortung mit sich. Wie ist denn Ihr bisheriger beruflicher Werdegang verlaufen, um an diesen Punkt zu gelangen?

 

Marek Rausch: Dazu muss man sagen, dass ich wieder an diesen Punkt gelangt bin. Ich war vor 15 Jahren schon mal für die SEETELHOTELS Usedom in Bansin tätig – von 2000 bis 2003. In dieser Zeit habe ich das Strandhotel Atlantic geleitet. Das war eine sehr schöne Zeit und eine sehr schöne Erfahrung. Daraufhin kam für mich jedoch die Situation, dass ich für mich gesagt habe, ich muss mich weiterentwickeln. Als gelernter Koch und Küchenchef komme ich eigentlich aus dem gastronomischen Bereich. Der Fachausdruck hierfür ist F and B, „Food and Beverage“. Mir fehlte also die strategische und verkäuferische Ausrichtung. Und in dem Moment war für mich klar, dass ich den nächsten Schritt gehen muss. Über Firmen wie Solmeliá, RIMC Hamburg und die Johannesbad-Gruppe bin ich nach Jahren wieder auf Usedom gelandet. Ich freue mich riesig, dieses tolle Haus übergeben bekommen zu haben. Das ist natürlich eine riesengroße Verantwortung, da es auch das neueste Haus der Gruppe ist.

 

Christopher Stahl: Sie haben gerade gesagt, dass Sie vor ein paar Jahren schon mal im Strandhotel Atlantic gearbeitet haben. Damals war das Design im Atlantic elegant und gediegen und noch heute ist es ein charmantes Kleinod mit einer reichen Historie. Nun hingegen leiten Sie ein vollkommen neues Hotel, mit einer moderneren Ausrichtung. Wie muss man sich hier den Unterschied vorstellen? Macht es die Arbeit leichter, macht es die Arbeit schwieriger?

 

Marek Rausch: Die Häuser unterscheiden sich natürlich von der Größe. Das große Haus, das Kaiserstrand Beachhotel, ist aufgrund der Personalstärke schon leichter zu handhaben. Aber die Herausforderung, die damit einhergeht, ist natürlich wesentlich größer. Im Atlantic ist alles sehr persönlich. Seiner Zeit waren es nur 26 Zimmer und man hatte einen ganz anderen Zugang zu den Gästen. Hier ist es „ein Kommen und Gehen“. Hier haben wir eine verschiedene Klientel von Gästen in Form von Reisegruppen oder in Form von Wellnessurlaubern. Wir haben mal Leute, die ganz spontan vorbeikommen, um 2 Tage Urlaub am Strand zu machen. Hier ist auch die Breite der Angebote wesentlich größer. Zur Verdeutlichung: Ich habe hier sieben verschiedene Outlets im Bereich der Gastronomie. Ich verkaufe hier Currywurst. Es gibt einen Eisstand. Wir haben eine Pizzeria. Dazu kommt ein Buffetrestaurant. Dann darf man unser Steakhouse nicht vergessen. Das sind ganz viele Komponenten, die man miteinander verbinden muss. Man ist im Endeffekt dafür verantwortlich, für jedes einzelne Objekt eine Marketing- und Verkaufsausrichtung zu finden. Man hat ganz viele Mitarbeiter, von denen jeder bestimmte Sorgen hat, die es auch zu koordinieren gilt. Das ist auch die Herausforderung gegenüber einem kleineren Hotel wie dem Atlantic. Im Grunde ist man damit „der Mann für alles“.

 

 

Christopher Stahl: Was bedarf es, um so ein junges Hotel am Markt zu etablieren?

 

Marek Rausch: Ganz klar, einer Strategie. Und dann auch die passende Gästeklientel. Man ist am Anfang immer auf der Suche. Wenn ein Haus neu ist, dann hat man eine Idee. Diese Idee setzt man erst einmal um. Darauf schaut man, ob diese Idee funktioniert hat oder nicht. Das Spannende ist, dass man bei solch einem Haus dann immer nachjustieren kann. Man kann viele Ideen haben. Eine funktioniert, zwei funktionieren nicht… Und dementsprechend passt man wieder an.

 

Christopher Stahl: Kommen wir von Ihrem Haus noch mal zur Hotelgruppe. Was reizt Sie denn für so eine große Gruppe wie die SEETELHOTELS Usedom, den größten Arbeitgeber der Region, tätig zu sein?

 

Marek Rausch: Das Reizvolle ist, dass die SEETELHOTELS trotz ihrer Größe immer noch ein Familienunternehmen sind. Und das ist auch eine ganz spannende Geschichte. Man hat mit Herrn Seelige-Steinhoff einen direkten Ansprechpartner, der innovativ und nach vorne arbeitet. Er hört sich Dinge seiner Mitarbeiter tatsächlich an und Entscheidungen können auf relativ kurzem Weg getroffen werden. Das ist eine tolle Sache. Vor 15 Jahren habe ich das schon gemocht. Darauf habe ich für sehr große Konzerne von internationalem Ruf gearbeitet. Konzerne, die noch wesentlich mehr Hotels in ihren Reihen haben. Aber hier waren die Entscheidungsstrukturen zumeist doch wesentlich komplizierter. Bei den SEETELHOTELS jedoch gibt es dagegen kurze Wege. Dinge lassen sich mit einem kurzen Telefonat klären. Der Weg zur Buchhaltung ist relativ kurz. Man hat regelmäßige Treffen mit Herrn Seelige-Steinhoff oder mit Herrn Hilgers, unserem COO. Einmal in der Woche sitzt man zusammen, sodass man Dinge relativ schnell umsetzen kann.

 

 

Christopher Stahl: Am Anfang des Gespräches haben Sie Ihre Aufgabe als Hoteldirektor unter anderem damit beschrieben, dass man sich ständig fragen muss, wo man mit seinem Hotel hin möchte. Wo genau wollen Sie in Zukunft mit dem Kaiserstrand Beachhotel hin?

 

Marek Rausch: Grundsätzlich bin ich wieder hier hergekommen mit der Perspektive, sehr, sehr lange zu bleiben. Ich glaube, dass ich das nötige Handwerkszeug, was mir damals gefehlt hat, mittlerweile habe. Wo will man hin, wenn man ein Hotel leitet? Natürlich möchte ich ganz viele Gäste. Mehr noch: ganz viele zufriedene Gäste. Begeisterte Gäste. Man kann zudem sagen, dass das Haus als Referenzobjekt dienen kann. Auch für die Insel Usedom. Hier geht es um Innovationen. Ich hoffe natürlich auch, dass wir uns diesen, unseren Stil in der SEETEL-Gruppe, erhalten. Dass wir immer wieder neue und manchmal auch verrückte Ideen umsetzen können.

 

Christopher Stahl: Herr Rausch, ich bedanke mich ganz herzlich für das Gespräch.



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